Antoniol + Huber + Partner,
Architekten BSA / SIA,
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8500 Frauenfeld,
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Berufsbildungszentrum Weinfelden, Erweiterungsbau
Wettbewerb und Überarbeitung: 2002
Ausführung: 2004-2007
Auftraggeber: Kanton Thurgau
Das Schulareal liegt im Südquartier von Weinfelden, welches nördlich durch den Geleiseeinschnitt und den Bahnhof begrenzt wird. Das durch kleinmassstäbliche Wohnbauten besetzte Quartier erfuhr mit den Schulbauten von 1978 einen markanten Eingriff. Diese Etappe umfasste als baulichen Schwerpunkt einen viergeschossigen Schultrakt, einen flacheren Werkstatttrakt, sowie einen Sporttrakt.
In Analogie zum Altbau gliedert sich der Erweiterungsbau ebenfalls in ein viergeschossiges Schulgebäude und einen flacheren Nebentrakt, dem Lebensmittelzentrum. Der neue Schultrakt ist in Nord-Südrichtung parallel zum bestehenden Westflügel und in Verlängerung der Sportanlage stirnseitig an die Schützenstrasse situiert. Das Lebensmittelzentrum schliesst als eingeschossiger Baukörper, mit einem Innenhof und shedartigen Oblichtern versehen, westlich an den Schultrakt an und endet gegen Westen mit einem zweigeschossigen Gebäudeteil. Die Nord-Süd Ausrichtung der bestehenden Anlage wird durch die Stellung des neuen Schulgebäudes weiter verstärkt und verweist auf die Beziehung des Berufsbildungszentrums zum Bahnhof, ebenso wie auf den ortsbaulichen Einbezug des Südquartiers zum Zentrum. Der neue Haupteingang liegt dem bestehenden direkt gegenüber. Diese bauliche Konzentration bildet auch bei künftigen Erweiterungen den Schwerpunkt der Gesamtanlage.
Mehrfamilienhäuser Walzmühlestrasse, Frauenfeld
Ausführung: 2000-2003 (in Etappen)
Auftraggeber: Stutz AG Frauenfeld
Zwei Baukörper sind mit ihrer Schmalseite zur Strasse hin orientiert und übernehmen damit sowohl die Massstäblichkeit der vielen alten Wohnbauten entlang der Walzmühlestrasse als auch das Prinzip der Vorgärten. Die leicht abgesetzten Treppenhäuser fassen die Laubengänge und bilden gleichzeitig die "Tore" zu den geschützten Aussenbereichen. Zwischen den beiden Häusern liegt der gemeinsame Hof, unter welchem die Tiefgarage angeordnet ist. Eine eingeschossige Mauer trennt Strasse und Besucherparkplätze und schützt Garten und Hof.
Die Wohnungen der beiden schlanken Baukörper sind nach Süden ausgerichtet und alle Zimmer münden auf die grosszügigen Balkone. Hingegen liegen die Nebenräume auf der Nordseite, zum Laubengang hin und schützen die Intimsphäre der einzelnen Wohnungen.
Der architektonische Ausdruck der Bauten ist sehr zurückhaltend und wird geprägt durch Sichtbeton und Glas.
Wohn- und Geschäftshäuser »Volkshaus«, Weinfelden
Ideenwettbewerb: 1998, 1.Preis
Auftraggeber: Politische Gemeinde Weinfelden
Projekt und Ausführung: 2003-2006
Auftraggeber: Stutz AG Hatswil
Das Projekt, aus einem Wettbewerb hervorgegangen, blieb aus politischen Gründen zunächst einmal für etwa drei Jahre liegen und konnte erst dank der Initiative des Büros Antonionl+Huber+Partner wieder aktiviert werden. Die zusätzliche Integration der drei restlichen Grundstücke in den Entwurf ermöglichte die Ergänzung der Hofbebauung, wie sie in den 50er Jahren begonnen wurde.
Drei Baukörper, durch offene Terrassenelemente miteinander verbunden, bilden nun den Abschluss des Strassendreiecks. Das Angebot reicht über Café, Schulungsräume und Büros bis zu Wohnungen in den Obergeschossen. Der geschützte Innenhof im ersten Geschoss dient allen Hausbewohnern als Freiraum und der Schule als Pausenhof. Der Kopfbau mit Café ist auf den Bahnhof ausgerichtet, dient einerseits als landmark und soll dabei gleichzeitig auf die wichtige Abzweigung zum Dorf hinweisen.
Oberstufen-Schulhaus Sandbänkli, Bischofszell
Wettbewerb: 1997, 1. Preis
Überarbeitung und Ausführung: 2002-2004
Auftraggeber: Schulgemeinde Bischofszell
Auf einem markanten Geländesporn, hoch über der Thur und in unmittelbarer Nachbarschaft zur wertvollen Altstadt Bischofszell war das - von den Thurgauer Architekten Brenner+Stutz - zu Beginn des 20. Jahrhunderts als markanter Solitär erbaute Schulhaus zu erweitern.
Das gewählte Motto »Plötzlich diese Übersicht« umschreibt sehr deutlich die architektonische Stossrichtung. Mit einem frei stehenden Neubau schafft der Vorschlag einen grosszügigen Pausenhof, wobei die architektonische Qualität des von unschönen Anbauten befreiten Althauses nun wieder voll zur Geltung kommt.
Durch die Freistellung des Altbaus einerseits und die Einbindung der neuen Bauten in die bestehende Gebäudegruppe anderseits gewinnt das alte Schulhaus seine Stellung als baulicher Mittelpunkt der gesamten Anlage Sandbänkli zurück. Gegen Osten verbleibt eine grosszügige Grünfläche, auf welche hin der einbündige Klassentrakt günstig orientiert ist. Zudem nutzt der Wettbewerbsvorschlag weitere vorhandene wertvolle Bausubstanz zur Unterbringung von unterschiedlichen Raumprogrammteilen: der Musiksaal soll in der »Brockenstube« untergebracht werden, Biblio- und Ludothek im »Kunderthaus«.
Oberstufenzentrum Wigoltingen
Wettbewerb: 1992, 1. Preis
Überarbeitung und Ausführung: 1996-1998
Auftraggeber: Schulgemeinde Wigoltingen
Die Schulanlage steht am westlichen Ende des Hügels und bildet den Abschluss der aus mehreren Etappen entstandenen Schulanlage vom Kindergarten über die Primarschule. Hier öffnet sich ein schöner Ausblick in die Thurlandschaft. Diesem Umstand wurde Rechnung getragen durch die Platzierung des Kopfbaues mit Singsaal, Lehrerzimmer und Bibliothek welche sich alle nach Westen öffnen,
Klassentrakt, Kopfbau und Turnhalle umschliessen einen Hof, der sich zur alten Schulanlage, gegen das Dorf öffnet. Jedem Klassenzimmer ist ein Gruppenraum zugeordnet, der in der Raumtiefe liegt und von der Gegenseite mit Oblichtern belichtet wird. Die Korridore sind grosszügig und hell konzipiert, um zusätzliche Arbeitsplätze für kleine Gruppen anzubieten.
Haus am Marktplatz, Frauenfeld
Wettbewerb: 1990, 1. Preis
Überarbeitung und Ausführung: 1992-1996
Auftraggeber: Ausgleichskasse des Kt. Thurgau
Das realisierte Projekt ist das Ergebnis eines Studienauftrags, den die kantonale Gebäudeversicherung 1990 unter mehreren Architekten durchgeführt hat. Dabei stand die städtebauliche Bedeutung dieses öffentlichen Gebäudes an prominenter Lage neben den üblichen Kriterien klar im Vordergrund.
An der St.Gallerstrasse thematisiert die stark ausgeprägte Längsentwicklung des Gebäudes die Dynamik des Verkehrsflusses. Auf der ruhigen Marktplatzseite reagiert die masstäblich gegliederte Fassade auf die kleinteilige Volumetrie der Marktstrasse und der Engelvorstadt.
Die markante Kopfausbildung mit dem viergeschossigen Rundbau betont den südlichen Stadtzugang. In diesem Kopfbau trifft sich das funktionale Anforderungsprofil der Zufahrtsrampe zur Garage mit dem Anspruch des Gebäudes als Bezirksgebäude für die Öffentlichkeit. Zur Altstadt hin verweist der geschwungene Abschluss des Gebäudes auf die Bedeutung des öffentlichen Freiraumes östlich der Anlage.
Oberstufenzentrum Remisberg, Kreuzlilngen
Wettbewerb: 1989, 1. Preis
Projekt und Ausführung: 1997-1999
Auftraggeber: Schulgemeinde Kreuzlingen
Unter der durchlaufenden Dachkante ist das gesamte Programm zu einer Einheit zusammengefasst. Der kammartige Grundriss wird durch die leicht schräg gestellten und abgesenkten Turnhallen abgeschlossen. Dazwischen liegt eine zweigeschossige Halle, in welche die gemeinsam genutzten Räume wie Aula, Bibliothek und Schüleraufenthaltsräume münden.
Besondere Sorgfalt galt der natürlichen Belichtung. Die Klassenzimmer werden korridorseitig von einem Oberlicht überspannt, welches zu jedem Zimmer eine zweite Lichtquelle - neben den gewöhnlichen Fenstern - bildet und gleichzeitig Tageslicht in die Korridore führt.
Gewerbliche Berufsschule, Frauenfeld
Wettbewerb: 1971, 1. Preis
Projekt und Ausführung: 1975/76
Auftraggeber: Schulgemeinde Frauenfeld
Die differenzierten Raumbedürfnisse wie Schul- und Werkstatträume, Aula, Mensa und Turnhalle wurden in einem kompakten Volumen zusammengefasst.
Ein nach Süden ausgreifender, massiver Sockelbau verankert den Baukörper im Gelände. Beim Übergang zum viergeschossigen Baukörper mit flächiger Glas-Metallfassade thematisiert die geknickte Gebäudeform den weichen Bogen des Murglaufes. Massive Betonsäulen spielen mit der Leichtigkeit der als Zweispänner angeordneten Klassenräume in den beiden Obergeschossen. Sie lösen sich optisch vom Sockelgeschoss, in welchem Turnhalle und Werkstatt untergebracht sind.
Das Erdgeschoss, die Ebene des hoch liegenden Pausen- und Parkdecks, beherbergt neben Schulverwaltung und Lehrerzimmer auch Aula und Cafeteria. Über die vorgelagerte Terrasse wird ein intensiver optischer und physisch erlebbarer Bezug zum Murgvorgelände geschaffen. Der kompakte Solitärbau nutzt subtil die topografischen Gegebenheiten und vereint sie zu einer stark ortsbezogenen Lösung.
Alters- und Pflegeheim Erweiterung, Kreuzlingen
Erweiterung Pflegetrakt: 2001/02
Die aus dem Jahre 1976 stammende Anlage galt es durch einen neuen Trakt zu ergänzen. Mit einem neuen Baukörper wurde auf der Ostseite ein Abschluss gefunden, der sowohl in gestalterischer Hinsicht, als auch betrieblich zu genügen vermochte. Neu bieten die drei erweiterten und umgebauten Pflegeabteilungen ausschliesslich Ein- und Zweibettzimmer an, alle mit eigener Sanitärzelle. Darüber hinaus wurde anstelle dreier kleiner Zimmer zu jeder Abteilung ein Aufenthalts- und Essraum eingerichtet. Alle Vierbettzimmer wurden eliminiert und die Nordseite um eine Raumschicht erweitert, um des Nebenraumangebotes zu verbessern.
Die neuen Einzelzimmer wurden so konzipiert, dass im Bedarfsfall auch zwei Personen untergebracht werden können. Jedem Zimmer vorgelagert ist ein grosser Balkon, mit Schiebetüren erschlossen. Die Korridore sind so bemessen, dass sie gleichzeitig auch als Aufenthaltsbereiche dienen, was von den älteren Menschen sehr geschätzt wird, da sich ihnen hierdurch die Möglichkeit bietet, im Kontakt zu den anderen Bewohnern zu stehen und dennoch in der Nähe ihrer Zimmer zu bleiben.
Alters- und Pflegeheim, Kreuzlingen
Wettbewerb: 1970, 1. Preis
Projekt und Ausführung: 1973-1976
Auftraggeber: Genossenschaft Altersheim und Alterssiedlung
Ausgehend vom Ideenwettbewerb wurde die dreiteilige Anlage für das Alterszentrum entwickelt: Die Siedlung mit den Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen ist um einen kleinen Hof gruppiert, auf welchen die Laubengänge orientiert sind. Das Heim mit den Zimmern umschliesst eine hohe interne Halle mit Zentiallicht und ist durch eine «Therapietreppe» mit bequemem Trittverhältnis erschlossen. Das Pflegeheim liegt im Osttrakt mit Südorientierung der Zimmer und nordseitigen Nebenräumen.
Alle gemeinsam genutzten Räume liegen im Erdgeschoss und münden in die zentral Halle, welche zugleich verbindendes Element der Anlage ist. Hier befinden sich die Verwaltung, die Cafeteria mit Kiosk, der Speisesaal und der Mehrzwecksaal. Der grosszügige, gedeckte Eingangsbereich reagiert auf die riesigen Bäume und das Volumen des Saalgebäudes der Kirchgemeinde.
Erweiterung Hallen- und Freibad, Frauenfeld
Planung und Ausführung 1. Etappe: 1997
Planung und Ausführung 2. Etappe: 2002
Auftraggeber: Stadt Frauenfeld
Das von Architekt Bruno Gerosa sehr schön und konsequent gestaltete Hallenbad aus dem Jahre 1966 musste saniert werden. Gleichzeitig mit technischen Erneuerungen sollten Mängel behoben werden, die sich über die Jahre herausgeschält hatten. Der Eingang wurde als düster und unübersichtlich empfunden und das Restaurant war nur umständlich erreichbar.
Mit der Anordnung eines Neubaukörpers längs der Westfassade konnten diese beiden Mängel behoben werden. Der Eingang liegt neu auf der Ebene Hallenbad und gewährt Einblicke in alle Bereiche des Bades, wie Hallenbad, Freibad und Restaurant. Später soll von hier auch der Wellnessbereich erschlossen werden.
Statt in dem sonst üblichen, zum Verweilen eher nicht gedachten Kassenbereich wird der Gast in einer grosszügigen, hellen Eingangshalle mit Buffetanlage, Kaffeebar und Badeshop empfangen. Das Restaurant liegt nun an attraktiver Stelle zweischen Hallen- und Freibad.
Eine Kaskadentreppe, aus dem Altbau herausgeschnitten, führt zu den Garderoben. Eine gelbgrüne Wand prägt hier die Stimmung und strahlt ins Bad und den Kleinkinderbereich.
Der Neubau dringt als feingliedriger Glaskubus in den Altbau und zeichnet sich als Eingriff klar ab. Die Gestaltung setzt sich durch die Wahl der Materialien vom Bestehenden ab. Feine brettartige Holzträger bilden die Tragkonstruktion und prägen die Stimmung im Gebäude. Die feinen Profile und das Glas eröffnen einen freien Ausblick auf alle Bereiche.
Haus am Bahnhof, Frauenfeld
Studienauftrag: 1997; Auftraggeber: SBB Direktion Bauten
Auftrag und Realisierung: 1999/2000
Auftraggeber: HRS Generalunternehmung Kreuzlingen
Das realisierte Projekt ist das Resultat eines Studienauftrags, den die SBB Direktion Bauten 1997 unter 5 Architekturbüros durchgeführt hat. Zentral war der Wunsch nach einem baulichen Rahmen für einen Bahnhofplatz als attraktiven Empfangs- und Begegnungsort.
Der Neubau schliesst als ruhiger, grosszügiger Zeilenbau den Bahnhofplatz gegen NW ab. Grosszügige Arkaden verzahnen den Bau mit dem Bahnhofplatz. Der zum Bahnhofplatz hin 3-geschossige Baukörper nimmt in Stellung und Höhenentwicklung Bezug auf das geschützte Aufnahmegebäude der SBB. Der insgesamt 5-geschossige, zurückgesetzte Rücken tritt vom Bahnhofplatz her klar zurück und reagiert mit seiner Höhenentwicklung auf die Massstäblichkeit des Geleisekörpers. Der westliche Gebäudeabschluss wächst organisch aus dem Zeilenbau. Orientierungswechsel und Höhenentwicklung ergeben eine klare Bezugnahme zur Rheinstrasse. Die kräftig formulierte Kopfausbildung markiert zusammen mit dem Schlossberggebäude den westlichen Abschluss des Bahnhofplatzes.
Kehrichtverbrennungsanlage (KVA), Weinfelden
Projekt und Ausführung: 1993-1997
Auftraggeber: Zweckverband KVA Thurgau
Eine Reihe vergleichbarer Volumina begleiten die Thur durch den Kanton. Verschiedene Getreidesilos und ein Kieswerk, alle aus Beton gebaut, stehen in der Ebene. Dieser Umstand hat uns bewogen, die KVA in diese Gruppe einzureihen und aus dem Material zu errichten, welches an Ort und Stelle vorhanden ist. Sand und Kies sind die Rohstoffe, die im Ueberschuss zur Verfügung stehen.
Auf dem Areal eines ehemaligen Kieswerkes, sechs Meter tiefer als der Talboden, liegt ihre Basis. Die Bahnlinie führt direkt am Areal vorbei und gestattet eine direkte Anlieferung der Abfälle per Bahntransport. Diese beiden Faktoren waren für unser Konzept von grosser Bedeutung.
Das Hauptvolumen mit Ofenhalle, Kaminanlage und Rauchgasreinigung setzten wir auf die Geländebasis, wogegen der langgestreckte Kubus der Energiezentrale und Verwaltung entlang der Bahnlinie angeordnet werden konnte.
Waffenplatz, Kaserne Auenfeld, Frauenfeld
Wettbewerb: 1980, 1. Preis
Projekt und Ausführung: 1982-2002 (in Etappen)
Auftraggeber: Amt für Bundesbauten Bern
Wettbewerbe sind für Architekten eine der Hauptquellen für Aufträge und stellen oftmals ein faszinierendes Eyperimentierfeld dar. Aber ein Wettbewerb zu einer Kaserne? Da bleibt der Puls bei vielen ruhig und das Interesse gering. Doch das Wettbewerbsprogramm des Waffenplatzes Frauenfeld überzeugte hinsichtlich seiner Vielfältigkeit: Es liess vor dem geistigen Auge quasi eine kleine Stadt entstehen - mit Wohnbauten, Schule, Restaurant, Verwaltungsgebäude an einem städtischen Platz, mit Kino, Spital und letzlich auch ein paar Gefängniszellen. In unmittelbarer Nachberschaft waren zudem grosse Industriehallen mit gut eingerichteten Arbeitsplätzen möglich. Ein städtisches Gebilde also, übersichtlich und überschaubar organisiert.
Um die Thurebene möglichst wenig zu bebauen wurden die Bauten örtlich stark konzentriert und zur Landschaft in Beziehung gesetzt. Der zentrale Zugang zur Gesamtanlage wurde mit optischem Bezug zur Stadt, in die Sichtachse zum Stadtzentrum, positioniert. Die Aufteilung in zwei funktionale Baugruppen manifestiert sich in einem Abdrehen von der Zufahrt um 45 Grad. In östlicher Richtung werden die eigentlichen Kasernenbauten dem Ufergehölz der Murg zugeordnet, während sich die grossen Volumen und Betonplätze der Ausbildungshallen an den Ausläufer des Galgenholzes anschmiegen. Zentrum der Kasernenanlage ist der grosse, städtische Dimensionen aufweisende Platz.
Schon fast aussergewöhnlich mutet die Integration von plastischen und bildnerischen Werken von hoher Qualität in die Gesamtanlage an. Die künstlerische Gestaltung des zentralen »blauen« Stadtplatzes mit dem bedrohlich schwebenden Betonbalken lag in den Händen des Plastikers Jürg Altherr. Der Maler Günther Wizemann löste die Aufgabe der farbigen Belebung mit einem Minimum von farbformalen Mitteln, die der Logik der Bauformen, der Konstruktionsweise, der Raumverhältnisse und der Nutzung angepasst sind.
Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen, Warth
Projekt und Ausführung: 1981-1983
Auftraggeber: Stiftung Kartause Ittingen
Im Rahmen des Studiums der grundsätzlichen Nutzungsmöglichkeiten bestehender oder wieder aufzubauender Gebäude in der Kartause wurde dem kantonalen Kunstmuseum der nördliche Flügel des wieder zu erstellenden Kreuzganges mit sieben dazugehörigen Klausen für Austellungsräume zugewiesen. Das architektonisch-gestalterische Programm erstreckte sich somit auf den Wiederaufbau (Kreuzgang Nord und Mönchshäuser) wie auch auf die Restaurierung und Nutzbarmachung mehr oder weniger gut erhaltener Räume (Nordkeller, Gewölbekeller) zu Ausstellungszwecken. Dabei stellte sich die nicht unbedeutende Frage der Unterscheidung zwischen reiner Rekonstruktion und möglicher Interpretation.
Aufgrund einer umfassenden Analyse der bestehenden Anlage liess sich eine beeindruckend starke geometrische Systematik aufspüren. Es zeigte sich, dass sowohl Klausen wie auch Kreuzgang im Grund- und Aufriss konsequent auf dem Quadrat aufgebaut sind. Unser Projektvorschlag sah deshalb den volumetrischen Wiederaufbau von Klausen und Kreuzgang auf eben dieser vorgefundenen Systematik vor; und dies mit jener Präzesion, die heute im Bauwesen selbstverständlich ist.
Berufsbildungszentrum Weinfelden
Wettbewerb: 1973, 1. Preis
Projekt und Ausführung: Schul- und Werkstatttrakt 1975-1978, Sporttrakt 1980-1982
Auftraggeber: Schulgemeinde Weinfelden
Das Berufsbildungszentrum Weinfelden umfasst als baulichen Schwerpunkt einen Schultrakt für die kaufmännische und gewerbliche Berufsschule, ein mit letzterem verbunden Werkstatttrakt, sowie einen Sporttrakt mit Doppelturnhalle und Hallenbad. Der viergeschossige Schulbau orientiert sich mit seinem Haupteingang an der direkten Verbindung zum unmittelbar nördlich gelegenen Bahnhof.
Die Schule umfasst mit ihren beiden Armen einen geräumigen, den Klassenzimmern zugeordneter Hofbereich. Diese beiden Arme sind Programm: der Südtrakt weist die Klassenzimmer der kaufmännische Berufsschule, der Osttrakt jene der gewerblichen Berufsschule auf. Direkt verbunden damit ist der zweigeschossige Werkstatttrakt für die praktische Ausbildung. Im Gelenk der beiden Arme sind im Erdgeschoss neben der zentralen Treppenhalle die gemeinsamen Räume untergebracht. Auf den Obergeschossen sind kompakt und pragmatisch die Schulräume doppelbündig angeordnet.
Die enge Anbindung des Sporttraktes gelang durch die Aufhebung der Falkenstrasse. Die städtebauliche Ausrichtung dieses Traktes unterstreicht zusammen mit dem Südarm des Schultraktes, die Bedeutung der Fussgängerverbindung des Südquartiers zur Bahnunterführung und zum Dorfzentrum.
Das architektonische Erscheinungsbild der Gesamtanlage ist geprägt vom Spannungsfeld vertikaler Treppen-, Lift- und Installations- »Türme« aus Sichtbeton und der Stahl-/Glasausfachung in additiver Aufreihung. Die unterschiedlichen Rotbrauntöne der Fassade finden die konsequente Fortsetzung im Inneren.
Eidgenössische Forschungsanstalt (FAT)
Wettbewerb: 1970, 1. Preis
Projekt und Ausführung: 1973-1976
Auftraggeber: Amt für Bundesbauten
Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Tänikon wurde 1848 säkularisiert und von einer Strasse durchquert, was zum Verlust des Kreuzganges führte. Das Refektorium musste einer Ziegelbrennerei dienen wobei die Innereien zerstört wurden. In diesem desolaten Zustand übernahm der Bund die Anlage und gründete die Eidgenössische Forschungsanstalt für Landmaschinen und Landtechnik FAT. Über einen Architekturwettbewerb wurde ein neues Konzept gesucht, mit welchem die historischen Bauten und die geplanten Neubauten zu einer wertvollen Gesamtanlage vereint werden konnten. Idee unseres Entwurfes war die Bildung eines neuen Hofes, welcher in der Höhe gegliedert ist und den einzelnen Bauten adaequate Aussenräume zuordnet. Ein Bürogebäude und ein Gästehaus ergänzen nun das Ensemble. Beide Bauten sind im inneren Aufbau ähnlich, die Pultdächer übernehmen die Traufhöhe der Altbauten auf der Hofseite, die Firstabschlüsse korrespondieren mit den Giebeln. Das Refektorium, welches nur noch als Hülle erhalten war, dient heute als Hörsaal und macht die interessante Dachkonstruktion erlebbar.
Die Fassaden stehen kompromisslos in hartem Gegensatz zu den historischen Bauten, finden aber einerseits eine Entsprechung in der Oberflächenstruktur, und zwar dank dem sandgestrahlten Sichtbeton, andererseits in dem Konstruktionsraster, welcher aus dem zerstörten Kreuzgang übernommen wurde.
Wohnüberbauung Obere Weierwise, Wil
Projektwettbewerb 2009, 4.Rang
Sanierung und Aufstockung Sporttrakt, Weinfelden
Renderings: raumgleiter Zürich
Eigentumswohnungen Hirschen, Flawil
Interessenten melden sich bitte unter der Kontaktadresse
Umnutzung Walzmühle, Frauenfeld
Wohnüberbauung Pfaffenholz, 1.Etappe, Frauenfeld
18 Eigentumswohnungen, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser
Stadtvillen an der Murg, Frauenfeld
Olma Messen, St. Gallen
Projektwettbewerb: 2009, 3. Rundgang
Wohnüberbauung Annagarten, Flawil
Baufeld 3
14 Reihnen- und Doppeleinfamilienhäuser
Erweiterung Kaserne Herisau
Projektwettbewerb: 2009, 6. Preis
Amt für Volksschule, Frauenfeld
Projektwettbewerb: 2008
Schulhaus Untervaz
Projektwettbewerb: 2009
Alterswohnungen und Gemeindeverwaltung, Mammern
Projektwettbewerb 2010, 1.Rang
Erweiterung Schulhaus Quader, Chur
Projektwettbewerb: 2007
»Bellvue«, Neuhausen
Studienauftrag: 2005
Kehrichtverbrennungsanlage, Bern
Projektwettbewerb: 2005
Wohnbauten Helvetia Patria, St.Gallen
Studienauftrag: 2004
Überbauung Zelgli, Winterthur
Projektwettbewerb: 2004
Bebauung Hafen, Kreuzlingen
Studienauftrag: 2004
Kantonale Verwaltung, Frauenfeld
Projektwettbewerb: 2003
Turnhalle und Saal, Güttingen
Projektwettbewerb: 2002, 2. Preis
SBB Hafenareal, Romanshorn
Projektwettbewerb: 2000, 1. Preis, Überarbeitung
Bundesverwaltungsgericht, St.Gallen
Projektwettbewerb: 2006
Ankauf, 4. Rang
Stadtwohnungen und Stadthäuser im Algisser, Frauenfeld
Auführung: 1999-2008 (in Etappen)
Auftraggeber: Bauherrengemeinschaft/Stutz AG Hatswil
Der »Algisser« ist ein grosses, ehemaliges Bauerngut in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum vom Frauenfeld.
Erschliessung, Topografie und die bestehende Bebauung an der Speicherstrasse bestimmen zusammen mit der Ost-West-Orientierung und der schönen Aussichtslage das einfache Bebauungskonzept.
Die ebenerdige Zufahrt nutzt die nach Nordwesten abfallende Hanglage zum Höhenausgleich in der Nord-Süd-Richtung und bestimmt so wesentlich das architektonisch-kubische Erscheinungsbild der einzelnen Zeilen: gegen Norden das kräftige Volumen der dreigeschossigen Kopfbauten, die sowohl vom Volumen, wie von den Abständen her den Rhythmus der Villenbauten an der Speicherstrasse nachzeichnen, an den Längsseiten der Zeilen eine ruhige Horizontalität, an deren Verlauf die unterschiedliche Topografie spannungsvoll ablesbar wird.
Die Fussgängererschliessung erfolgt ostseits über einen schmalen Gassenraum und halb öffentliche Höfe, während auf der Westseite sichtgeschützte Terrassen und Gartenhöfe private Aussenräume garantieren, die gegen Westen mit einer Pergola abgeschlossen werden.
Baulicher Schwerpunkt der gesamten Überbauung bleiben die Wohnbauten des Algisserhofes mit dem mächtigen Volumen des Oekonomiegebäudes.
Erweiterung Kunstmuseum, Bern
Projektwettbewerb: 2006
Eigentumswohnungen Rietblick, Gottlieben
Wetbewerb: 2001, 1.Preis
Projekt und Ausführung: 2002-2006
Auftraggeber: Brunnert-Grimm AG, Zschokke Generalunternehmung St.Gallen
Das Prinzip der regelmässigen Blockbebauung mit um Höfe gruppierten Häuserkränzen - wie es für die städtebauliche Anlage von Gottlieben charakteristisch ist – stellt auch die Basis des baulichen Konzeptes für die massstäbliche Einbindung der grossen Werfthalle. Zum Dorf hin zeigt sich die Anlage als geschlossene Randbebauung mit einer grosszügigen Öffnung zum Jachthafen, die den Blick vom östlichen Uferweg in die Seerheinlandschaft freigibt. Aufgespannt zwischen Waaghaus und Neubau findet die reizvolle Uferpromenade ihren markanten Abschluss nun auch im Westen. Der bestehenden Bootshalle vorgelagert, bildet ein über dem Wasser „schwebender“ Baukörper den Uebergang zur Seelandschaft und erzeugt durch seine Strukturierung die dem Dorf entsprechende Massstäblichkeit.
Erweiterung Alters- und Pflegeheim, Frauenfeld
Projektwettbewerb: 2006, 7. Preis
Einfamilienhaus Brunner, Bottighofen
Projekt und Ausführung: 1997/98
Auftraggeber: B. und E. Brunner
Ein Grundstück in einem Einfamilienhausquartier, inmitten von Häusern unterschiedlichster »Architekturen«, aber in günstigem Zuschnitt.
Durch Platzierung eines einfachen Volumens an die Ostgrenze des Areals konnte eine grosszügige Feifläche erhalten bleiben. Die leichte Neigung gegen Norden bot Gelegenheit, die Garage mit einer kurzen Rampe ins Untergeschoss zu legen. Eine einfache Betonhülle trägt das im Baureglement vorgeschriebene »geneigte Dach«.
Die seitlich angeordnete Kaskadentreppe liegt in einer eigenen Raumzone mit Oblicht und verbindet alle Geschosse miteinander.
Interne Kuben gliedern die einfache Gebäudeform in die verschiedenen Bereiche des Wohnens. Durch seitlich angeordnete Schiebetüren lassen sich diese Räume abtrennen oder zuschalten. Der tiefgelegte Sturz des Südfensters im Wohnraum lenkt den Blick auf das Wasserbecken und verhindert gleichzeitig die unerwünschten Einblicke aus der Nachbarschaft, darüber hinaus vermag die Spiegelung der Sonne im Wasser das Licht tief in das Rauminnere werfen.
Der Künstler Urs Graf hat sämtliche Türen gestaltet und die Farbgestaltung der Räume betreut.
Staatsarchiv des Kantons Thurgau, Frauenfeld
Projektwettbewerb: 2005, 5. Preis
Reihenhäuser Neuhauserstrasse, Frauenfeld
Projekt und Ausführung: 1997/98
Autraggeber: M. und R. Antoniol, N. und B. Heimgarnter-Antoniol
Das Grundstück ist eine typische Restparzelle im sonst überbauten, ehemaligen Dorfteil Neuhausen. Die Parzellenform - extrem lang und sehr schmal - bietet von der Grösse her die Möglichkeit, etwas über 400 Quadratmeter Bruttogesamtfläche zu realisieren, was für drei sparsam konzipierte Fünf-Zimmer-Häuser reicht. Die Exposition der Parzelle ist eindeutig: Gegen Süden die gut besonnte, ruhige Gartenzone; gegen Norden die stark befahrene Quartierstrasse. Entsprechend dieser Bedingungen wurde die geeignete Grundrissorganisation gesucht, wobei der verlangte Abstand zur südlichen Parzellengrenze eine echte Herausforderung darstellte.
Entlang einer West-Ost-Achse, welche zugleich die Trennung von öffentlich und halböf-fentlich zu privat darstellt, werden die einzelnen Elemente aufgereiht; es sind dies; der überdeckte Auto- und Veloabstellplatz mit der Sicht- und Lärmschutzwand trennt, die gemeinsam genutzte Grünfläche vom Besucherparkplatz; die schmale, durch Vorbauten rhythmisierte Erschliessungszone, deren Dreieiligkeit nur an den überdeckten Hauszugängen ablesbar ist; gegen Süden dann die eingeschossigen Vorbauten, die die schmale Restfläche in drei gut proportionierte, private Wohnhöfe gliedert.
Das äussere Erscheinungsbild der Häusergruppe spiegelt exakt die äusseren Bedingungen dieses Grundstücks wider: den dreiseitig aus nahe liegenden Gründen praktisch vollkommen geschlossenen Längsbau mit verputzter Aussendämmung; die zur Energiegewinnung vollständig verglaste Südfassade mit Naturholzfenstern und die in Sichtbeton ausgeführten eingeschossigen Vorbauten zur Strasse hin.
Erweiterung Kantonspolizei-/ Gefängnis, Frauenfeld
Projektwettbewerb: 2001, 5. Preis
Wohnhäuser J.Zuber + R.+W.Fürer, Frauenfeld
Projekt und Ausführung: 1996/97
Die Anhöhe obehalb von Frauenfeld, im Gebiet Oberkirch/Bannhalde, mit schönem Blick in die westliche Thurebene ist ein bis vor wenigen Jahren traditionell locker bebautes Villenquartier.
Glückliche Umstände ergaben die eher seltene Gelegenheit, auf einer grosszügigen Parzelle zwei stattliche Arzthäuser - das eine ergänzt durch Räume für eine Kleintierpraxis - zu planen. Von der »Körnung« her ergänzen sie die vorherrschende Bebauung optimal.
Die relativ starke Hanglage führte zu einer kompakten Einfügung der verhältnismässig grossen Volumen ins Gelände und ermöglichte damit gut nutzbare Gartenflächen für beide Häuser. Der planerische und architektonische Gewinn liegt in der durch den gemeinsamen gestalterischen Auftritt erreichten Ruhe im Erscheinungsbild, umso mehr als diese grosszügige Räumlichkeit in der Zwischenzeit durch die sie bedrängende Bebauung einen ruhenden Pol darstellt.
Siedlung Ochsensteige, Ulm
Planung: 1988; Auftraggeber: Planungsamt Stadt Ulm
Ausführung: 1991-1993
Auftraggeber: UWS, Ulmer Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft GmbH
Die Siedlung Ochsensteige ist Teil eines grösseren Quartiers. Das Areal liegt unterhalb der Universität, an einem Südhang des Eselsberges. Die Entwurfsidee des ganzen Quartiers basiert auf der speziellen Lage im Gelände. Die bereits geplante Erschliessung samt Überbauungsplan wurde nach Genehmigung unseres Vorschlages fallen gelassen. Unser Konzept beruht auf der optimalen Anordnung der einzelnen Baureihen mit den dazugehörigen Wegen und minimalisierten Zufahrten. Der Aussichtslage wurde Rechnung getragen durch die Wahl der Abstände und der Gebäudequerschnitte so dass alle Häuser freien Ausblick erhielten. Auf die im alten Ueberbauungsplan vorgesehenen Satteldächer konnte deshalb verzichtet werden.
Die Dreigeschossigkeit der einzelnen Reihenhäuser bieten vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Durch eine einfache Massnahme kann im ersten Geschoss eine Einliegerwohnung abgetrennt werden, sodass die verbleibenden beiden oberen Niveaus noch eine normale Maisonettewohnung anbieten. Auf allen Geschossen werden Aussenbereiche angeboten, Garten Balkon und Dachterrasse. Die Zugänge und die Vorgärten sind gegenüber der Gasse leicht erhöht, sodass kein Einblick möglich ist, wohl aber ein Ausblick.
An der Busstation liegt ein Restaurant. Hier beginnt die Wegführung mit zwei Kaskadentreppen welche alle Gassen verbinden und an die einzelnen Plätze münden. Hier sind auch die Ausgänge aus den Garagen die Velokeller und die Gemeinschaftsräume angeordnet. An den zentralen Bereichen liegen Klein- und Etagenwohnungen.
Die insgesamt drei Cluster der Gesamtanlage sind durch Grüngürtel voneinander getrennt und nur durch deren Gassen verbunden. Die Freibereiche dienten ursprünglich zur treppenfeien Erschliessung der verschiedenen Gassenniveaus, entsprechen aber offensichtlich keinem Bedürfnis. Der westliche Cluster wurde durch einheimische Architekten, unter unserer „Leitung“ realisiert. Der Östliche lag vollständig in der Obhut von Antoniol+Huber+Partner und konnte für zwei Wohnbaugenossenschaften erstellt werden.
Ehemaliges Eisenwerk, Frauenfeld
Projekt und Ausführung: 1986-1991
Auftraggeber: Genossenschaft Eisenwerk
Das ehemalige Eisenwerk wurde von der eigens dazu gegründeten Genossenschaft übernommen, mit dem Ziel einen Ort zu schaffen, an dem Wohnen Arbeiten Freizeit und Kultur angeboten werden kann. Intensive Analysen des Bestandes der alten Fabrik führten zu einem Nutzungskonzept, welches in hohem Masse mit der Struktur der vorhandenen Räume zu tun hat. So wurde gemeinsam demokratisch festgelegt, wo welche Nutzungen angeboten werden sollen.
Die Umsetzung dieser Ausbauvorstellungen orientierte sich streng an einem sehr knappen Budget und forderte entsprechende Innovationgabe und sanften Umgang mit der bestehenden Substanz. Wichtig war uns in diesem Zusammenhang die Lesbarkeit der Geschichte. Die Fabrik selbst war das Resultat einer Entwicklung über mehrere Ausbaustufen welche sich über längere Zeit erstreckte. Diese Unterschiede wollten wir sowohl in der Nutzung, als auch in deren Form sichtbar machen.
Nach Ausarbeitung des Gesamtkonzeptes, war es unsere nächste Aufgabe, die zentralen Räume mit Öffentlichkeitscharakter zu gestalten. Saal, Kleintheater, Restaurant und Kunstraum nebst einigen Wohnungen und Kleingewerbe lagen in unserer Obhut. Die »Eisenbeiz«, am Kopf eines der beiden Längsbauten wollten wir zum zentralen Ort machen. Hier ist die Kontaktstelle zum Publikum, der Eingang zur ganzen Anlage. Der zweigeschossige Raum erzählt die Geschichte des Ortes, gibt Aufschluss über die interessante räumliche Situation und zeigt die raffiniert filigrane Stahlbautechnik der damaligen Zeit um 1900. Beiz und Foyer bilden die Drehscheibe für die Kulturräume des Hauses.
Vier Häuser am Waldrand, Frauenfeld
Projekt und Ausführung: 1979/80
Auftraggeber: Bauherrengemeinschaft
In einem typischen Einfamilienhausquartier, ganz hinten im Mühletobel, ergab sich die Gelegenheit, auf einer ebenso schwierigen wie landschaftlich reizvollen Restparzelle einen Vorschlag für Einfamilienhäuse zu erarbeiten. Auf dem Grundstück, im Osten begrenzt durch eine Freihaltezone vor dem Mühletobelwald und im Süden durch den vom Wald gesäumten Mühletobelbach, waren von der Ausnützung her vier bescheidene Häuser möglich. Die sehr schmale, dafür extrem tiefe und steil ansteigende Parzelle war nur vom Hangfuss aus zu erschliessen.
Auf einer Nord-Süd-Achse gereiht sind die vier Einzelhäuser über eine steile Erschliessungstreppe so in den Hang gesetzt, dass jedes Haus vom freien Blick nach Süden und - durch einen leichten Versatz - von der grosszügigen Freihaltezone im Osten profitiert. Am Hangfuss sind am kleinen Gemeinschaftsplatz neben dem Spielfeld Besucherparkplätze angelagert und in einem Sockelgeschoss die Autoabstellplätze untergebracht. Dieser Sockel dient als willkommene Plattform für die Aussensitzplätze der unteren Hauptgruppe, während jene der oberen Gruppe durch geschicktes Einfügen ins Terrain dem steilen Hang abzutrotzen waren. Die winkelförmige Anlage der Grundrisse ergibt für den nach Süden vorspringenden Raumteil einen grosszügigen Wohn- und Essbereich und durch starkes Eingraben des anderen Schenkels einen schönen geschützten Sitzplatz. Vom Chemineesitzplatz aus wird der attraktive Blick in den Gassenraum ermöglicht. Die starke kubische Auflösung der Bauten spielt zum einen mit der extremen Neigung des Hanges und zum anderen mit seinem Gegenteil - der gegenläufigen Dachform. Zusammen mit der horizontalen Bretterschalung, die diesen Gegensatz noch verdeutlicht, wird das Spiel der Formen zum eigentlichen Markenzeichen der kleinen Häusergruppe.
Terrassenhäuser am Stadtbach, Frauenfeld
Projekt und Ausführung: 2002-2005
Auftraggeber: Zschokke Generalunternehmung St.Gallen
In zentraler Lage, zwischen Neuhauserstrasse und dem idyllischen Stadtbach, ist eine kleine Wohnsiedlung entstanden, die unter dem Titel »Verdichtetes Bauen« eine optimale Nutzung des nahe beim Zentrum gelegenen Baulandes garantiert.
Die Gegebenheiten des Ortes – Topografie, Grundstücksform, Südorientierung und Besonnung – sowie Überlegungen zur Eigentumsform bestimmten die städtebauliche Disposition. Zwei, entsprechend der Topografie, sowohl in der Höhe wie im auch Grundriss gestaffelte Baukörper bilden gemeinsam mit dem als Lärmriegel ausgebildeten Gebäude an der stark befahrenen Quartierstrasse eine spannungsvolle, massstäblich gegliederte Baugruppe.
Der zwischen Häusern und Stützmauer gelegene, gemeinsame Hofraum bildet mit dem baumbestandenen Kiesplatz den optischen Abschluss zur östlich anschliessenden Bebauung. Gesäumt von einheimischen Bäumen windet sich ein Fussweg durch die Anlage zum nahen Stadtbach.
Mittels des unterschiedlich eingefärbten Verputzes wird die Eigenständigkeit der drei Gebäude betont und eine natürliche Einbindung im Quartier erreicht.
Reihenhäuser Broteggstrasse, Frauenfeld
Projekt und Audführung: 1973/74
Auftraggeber: Bauherrengemeinschaft
Auf einer Restparzelle in einem älteren Wohnquartier liegen vier Häuser. Das gegen die Strasse auf der Nordseite um zwei Meter abfallende Gelände bestimmte deren Gebäudequerschnitt. Halbgeschossig versetzt entwickeln sich die vier Wohnungen vom Eingang mit offenem Autoabstellplatz über das Wohnzimmer zum Essplatz mit Küche, von den Kinderzimmern zum Elternschlafzimmer und schliesslich zur Terrasse.
Der offene Eingangsbereich signalisiert die Bereitscaft zum Kontakt mit dem Quartier und lässt das Gebäude über dem Strassenraum schweben. Der Gartenbezug des Wohnraumes ist jeweils mittels raumbreiter Schiebefenster intensiv ausgeprägt.